Dienstag 01.08.2017

Bundesernährungsminister Schmidt im Gespräch mit jungen Milcherzeugern aus Mittelfranken

Zuhören und berechtigte Sorgen ernst nehmen

Dass Bundesernährungsminister Christian Schmidt immer ein offenes Ohr für die Belange der deutschen Milcherzeuger hat, beweist einmal mehr sein Besuch eines Hofes in heimischen Gefilden, genauer gesagt im mittelfränkischen Bad Windsheim-Lenkersheim.

Auf Einladung des Initiators und jungen Milchviehalters Mathias Flory nahm Schmidt gemeinsam mit fünf weiteren Nachwuchslandwirten an einer offenen und ungezwungenen Gesprächsrunde teil. Dem Minister liegt stets viel daran, sich mit Praktikern auszutauschen, um somit Rückmeldungen aus der landwirtschaftlichen Praxis zu aktuellen Themen seines Ressorts erhalten zu können.

Bereits während des Rundgangs durch die Stallung des Flory´schen Aussiedlerhofes bewegte sich das Gespräch aufgrund der Situation der letzten Monate schnell in Richtung Stabilisierung des deutschen Milchmarktes, Erzeugerpreise und deren Entwicklung. Seitdem die Milchquote im Zuge der EU-Agrarreform am 1. April 2015 abgeschafft wurde, tritt ein kleinerer Teil des landwirtschaftlichen Berufsstandes für dauerhafte Instrumentarien zur Regulierung und Stärkung des Milchmarktes ein. Eine Ansicht, die auch Schmidts junge Gesprächspartner Florian Dollinger, Markus Schwemmer, Kristina Nöhring, Armin Scheitacker und Andreas Wissinger teilen.

In Zusammenhang mit der Preiskrise auf dem Milchmarkt brachten die anwesenden jungen Erzeuger ihren Dank zum Ausdruck, dass ihnen die nationalen Unterstützungsmaßnahmen sowie die zwei EU-Hilfspakete zur Stabilisierung des Milchmarktes in Verbindung mit dem Mengenreduzierungsprogramm – für welches sich der Bundesminister in Brüssel stark mit eingesetzt hatte – in den vergangenen Monaten sehr geholfen habe.

Die Kommission stellte den Landwirten unionsweit 150 Millionen Euro zur Verfügung, sofern diese freiwillig ihre Milchanlieferung verringern. Im Gegenzug gibt es eine entsprechende Beilhilfe. Das zweite Liquiditätshilfeprogramm startete im Januar dieses Jahres. Rund 116 Millionen Euro Milchsonderbeihilfe wurden an die teilnehmenden Milcherzeuger ausgezahlt.

Im Laufe des Gesprächs machte der Minister zudem deutlich, dass das Preisrisiko aller bei der Milcherzeugung und -verarbeitung beteiligten Akteure fair und angemessen zu verteilen sei. „Gegenwärtig liegt das Risiko bei Preisverwerfungen einzig und allein beim Erzeuger", so Schmidt. Und das müsste sich ändern. Den Schlüssel zur Lösung sieht er hierbei auch in einer besseren Kommunikation mit den Molkereien. Der Minister empfiehlt den Erzeugern daher dringend, die Konditionen der Lieferverträge besser auszuhandeln. So lasse sich durch einen vertraglich garantierten Mindestpreis für eine bestimmte Menge eine vernünftige und sachgerechte Risikoverteilung erreichen.

Darüber hinaus bedarf es jetzt einer europäischen Lösung. So schlägt Schmidt vor, der Kommission – ähnlich wie bei der Europäischen Zentralbank – im Bedarfsfall die Möglichkeit einräumen zu lassen, eigenständig zu intervenieren und eine gewisse Menge Milch vom Markt nehmen zu können.

Abschließend bedankte sich der Minister für das offene und aufschlussreiche Gespräch und wünschte den jungen Landwirten alles Gute. Dabei betonte er ganz unmissverständlich, dass bäuerliche Familienbetriebe, wie die von Herrn Flory, untrennbar zu dem gehören, was Bayern für uns ausmache. Auch die Bundesregierung stehe weiterhin zur Landwirtschaft und sei bemüht, deren Entwicklung zu unterstützen. tt


zurück zur Übersicht

Evangelischer Arbeitskreis der CSU
Deutsch Tschechisches Zukunftsforum
DAG
Evangelischer Arbeitskreis der CSU
Deutsch Tschechisches Zukunftsforum
DAG