Christian Schmidt im Plenum

„Christenverfolgung ist kein Phänomen aus Kaiser Neros Zeiten“

Samstag, 26.11.2011

„Die Lage der Christen in vielen Teilen der Welt ist dramatisch!“ Mit dieser knappen Feststellung brachte der Ehrengast der EAK-Landesdelegiertenversammlung in Nürnberg, der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Deutschen Bundestag Volker Kauder, das Tagungsthema auf den Punkt. Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CSU befasste sich mit der schwierigen Problematik der „Diskriminierung und Verfolgung von Christen im 21. Jahrhundert“.

In seiner Eröffnung betonte der EAK-Landesvorsitzende und stellvertretende Parteivorsitzende Staatssekretär Christian Schmidt, dass Fragen von Glaubensüberzeugung und Weltanschauung den Kernbereich des Persönlichkeitsrechtes eines jeden Menschen betreffen, den es zu schützen gilt.

Schmidt gedachte auch den Opfern der rechtsradikalen Verbrecherbande die u.a. in Nürnberg und München Mitbürger türkischer und griechischer Abstammung ermordet hatten. Dabei betonte Schmidt, dass sich jeder – gleich welcher Herkunft – in Deutschland sicher fühlen und auf den effektiven Schutz durch staatliche Organe vertrauen können muss.

Volker Kauder forderte in seiner Rede, dass die deutsche Gesellschaft noch stärker als bisher die Lage der verfolgten Christen zu einem Thema in der Öffentlichkeit machen müsse. Am Beispiel der systematischen Verfolgung von Christen im Irak plädierte der CDU/CSU Fraktionsvorsitzende dafür, so schnell wie möglich 2000 – 3000 christliche Irak-Flüchtlinge aus Syrien in Deutschland aufzunehmen.

In einer spannenden Podiumsdiskussion berichteten der Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche Dr. Julius Hanna Aydin, der Generalbischof der Kopten in Deutschland Anba Damian, sowie Berthold Pelster von der Hilfsorganisation „Kirche in Not“ über Christenverfolgungen im Nahen Osten, Ägypten, China und in Nord-Korea. Bischof Damian forderte eindringlich, dass die christlichen Gemeinden in Deutschland weiterhin Zeichen der Solidarität und Allianz mit den weltweitverfolgten Christen, insbesondere mit den koptischen Gemeinden in Ägypten, setzen müssen, um eine weiteres Blutvergießen zu verhindern.

Die Delegierten der EAK-Landesversammlung verabschiedeten im Anschluss einen Appell, in dem die wachsende Unterdrückung, Verfolgung und Tötung von Christen aufgrund ihres religiösen Bekenntnisses weltweit, insbesondere in einigen arabischen Staaten, verurteilt wird. Gerade in den Staaten des arabischen Frühlings darf die Menschenrechtssituation nicht in eine arabische Eiszeit umschlagen. „Gewonnene Freiheiten dürfen nicht für eine Unterdrückung von andersgläubigen Minderheiten missbraucht werden.“


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