Christian Schmidt im Plenum

50. Jahrestag des Mauerbaus

„Verklärung der DDR entgegentreten“

Mittwoch, 10.08.2011

Am 13. August jährt sich zum 50. Mal der Bau der Berliner Mauer, mit der die DDR die Massenflucht ihrer Bürger brutal unterband und die Teilung  Deutschlands zementierte. Parlamentarischer Staatssekretär Christian Schmidt MdB weist eindringlich darauf hin, dass der 50. Jahrestag des Mauerbaus nicht nur ein Thema für die Geschichtsbücher ist, sondern auch im aktuellen politischen Handeln immer eine Mahnung sein muss.

Insbesondere die Junge Union hatte von Beginn an gegen die Mauer protestiert. Auch Christian Schmidt hatte anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Mauer vor dem Reichstag in Berlin gegen die unmenschliche Teilung demonstriert. „Die Mauer war nie zu rechtfertigen und ist auch nicht ansatzweise zu relativieren. Sie spaltete nicht nur Berlin. Mit ihrem Bau zerriss die DDR Familien, trennte Freunde und Nachbarn. Die Mauer war und ist der brutalste Einschnitt in die menschlichen und individuellen Grundfreiheiten seit dem Ende des Naziregimes“, so Schmidt.

Heute wüssten viele, gerade junge Menschen, nur noch wenig über die Geschichte der DDR. Insbesondere für Schüler und Jugendgruppen, aber auch für Vereine und sonstige Organisationen, empfehle sich bei Berlin-Besuchen deshalb immer auch die Besichtigung der Mauergedenkstätte. Auch ein Besuch des sogenannten Point Alpha, dem vormaligen US-Beobachtungsstützpunkt zwischen Hessen und Thüringen, der bis zum Fall des Eisernen Vorhangs im Verteidigungskonzept der NATO eine bedeutende Rolle spielte, sei zur Kenntnis und dem Verständnis der jüngsten deutschen Geschichte hilfreich. 

„Es ist wichtig, den Widerstand und die Opposition in der DDR zu würdigen, den Opfern des SED-Unrechtregimes zu gedenken, vor allem aber verstärkt gerade auch junge Menschen über die Geschichte der DDR, den Bau der Mauer und die Gründe für den Mauerfall zu informieren“, betont Schmidt. Dies sei gerade deshalb so wichtig, da es noch immer weit verbreitet zu sein scheint, sich die Jahre des Sozialismus schön zu reden. Mancherorts sei sogar ein nostalgisch geprägter Rückblick entstanden.

„Die DDR war eine sozialistische Diktatur. Dies heute zu verharmlosen wäre fatal. Wir dürfen es nicht zulassen, dass ein Staat, der seine Bürger eingesperrt und bevormundet hat, mit wachsendem zeitlichem Abstand zum Ideal eines besseren Deutschlands wird. Deshalb ist es uns ein ganz besonderes Anliegen, einer Verklärung der Verhältnisse in der DDR entgegenzuwirken“, so Schmidt. „Niemand sollte vergessen, dass letztlich ein ganzes Volk inhaftiert worden war.“


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