Christian Schmidt im Plenum

Staatssekretär Schmidt lädt zum Fachgespräch mit dem pflegepolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Zylajew nach Oberasbach ein

Besuch des Marienheims in Obernzenn

Freitag, 29.04.2011

(v.l.n.r.) Stefan Pesch, Leiter des Marienheims, Pflegeexperte Willi Zylajew MdB und Staatssekretär Christian Schmidt MdB, mit Dr. Reinhard Brand, Abteilungsdirektor der Fachabteilung Altenhilfe der Diakonie Neuendettelsau, und Obernzenns Bürgermeister Helmut Weiß.

(v.l.n.r.) Stefan Pesch, Leiter des Marienheims, Pflegeexperte Willi Zylajew MdB und Staatssekretär Christian Schmidt MdB, mit Dr. Reinhard Brand, Abteilungsdirektor der Fachabteilung Altenhilfe der Diakonie Neuendettelsau, und Obernzenns Bürgermeister Helmut Weiß.

Auf Einladung von Christian Schmidt, Parlamentarischer Staatssekretär und heimischer Bundestagsabgeordneter, hat Willy Zylajew, pflegepolitischer Sprecher der  CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das erst kürzlich eröffnete Rangau Seniorenzentrum der Diakonie in Oberasbach besucht. Bei einem Fachgespräch diskutierten die beiden Abgeordneten mit Vertretern von Wohlfahrts- und Sozialverbänden, ambulanten Pflegediensten sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen über die anstehende Pflegereform, die Finanzierung der Pflegeversicherung sowie die Situation pflegender Angehöriger.

„Die Menschen in Deutschland werden immer älter und brauchen verstärkt Unterstützung. Zeitgleich sind immer weniger junge Menschen bereit oder in der Lage, sich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu kümmern. Unser Land steht beim Thema Pflege vor großen Herausforderungen, die es zu meistern gilt“, betonten Schmidt und Zylajew.

2008 habe die unionsgeführte Bundesregierung bereits Leistungsverbesserungen innerhalb der 1995 eingeführten sozialen Pflegeversicherung durchsetzen können. Die erstmalige Anhebung von Leistungen, die Anerkennung von Demenz bei der Einstufung und Betreuung, die Einführung einer Pflegezeit für Angehörige sowie eine deutliche Verbesserung der Qualitätssicherung seien die wesentlichen Eckpfeiler dieser Reform gewesen. Die Pflegereform 2011 müsse nun darauf aufbauen.

„Nirgends ist die Versorgung Pflegebedürftiger besser als in Deutschland“, stellte Zylajew klar. Dennoch gebe es Handlungsbedarf. Seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 habe es zwar enorme Veränderungen gegeben, aber keine Anpassung der Leistungen an die Kostensteigerung. Die sei erst 2008 erfolgt. „Die Dynamisierung der Preise muss fortgesetzt werden“, forderte der pflegepolitische Sprecher.

„Wichtig ist es auch, gerade die pflegenden Angehörigen zu entlasten und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern“, betonten Schmidt und Zylajew. „Viele Familien und Angehörige sind bereit, sich der schwierigen Aufgabe der Pflege zu stellen, stoßen dabei aber an Grenzen, da sie selbst erwerbstätig sind und neben der häuslichen Pflege auch noch die materielle Existenz der Familie sichern müssen.“ Das Modell der Familienpflegezeit sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, um Pflege und Beruf vereinbaren zu können. Auch der Ausbau der Tages- und Kurzzeitpflege könne dazu beitragen.

„Darüber hinaus muss der heutige Pflegebedürftigkeitsbegriff neu definiert werden“, betont Zylajew. „Er darf sich nicht mehr ausschließlich auf körperliche Einschränkungen beziehen, sondern muss den Grad der Selbständigkeit der Person zugrundelegen.“ Statt der bisher drei Pflegestufen solle es künftig fünf geben.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die Reduzierung der Dokumentationspflichten in der Pflege sowie das Bild des Pflegeberufs angesprochen. „Laut Prognosen werden bereits in zehn Jahren rund 230.000 mehr Pflegekräfte als heute benötigt“, so Schmidt und Zylajew. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass Menschen, die diesen schwierigen und anspruchsvollen Beruf ausüben, auch in der Gesellschaft mehr geschätzt und anerkannt werden.

Besuch des Marienheims in Obernzenn

Im Anschluss an das Fachgespräch statteten die beiden Abgeordneten dem Marienheim der Diakonie in Obernzenn einen Besuch ab. Bei einem Rundgang informierten sich Schmidt und Zylajew über das Marienheim sprachen mit Mitarbeitern und Bewohnern.


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