Christian Schmidt im Plenum

Manama-Dialog: Staatssekretär Schmidt zu Gesprächen in Bahrain

Vom 3. bis 5. Dezember nahm eine deutsche Delegation unter Leitung von Christian Schmidt an der Konferenz in Bahrain teil

Dienstag, 07.12.2010

Vom 3. bis zum 5. Dezember hat in der bahrainischen Hauptstadt Manama zum 7. Mal die Regionale Sicherheitskonferenz „Manama-Dialog“ stattgefunden. Daran nahm auch eine deutsche Delegation unter Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Verteidigung Christian Schmidt teil.Der „Manama-Dialog“ ist eines der wichtigsten sicherheitspolitischen Austauschforen der Region am Persischen Golf. Dabei sind viele politische Entscheidungsträger vor Ort. Die Konferenz wurde mit einer Festveranstaltung in Anwesenheit der US-amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton eröffnet. In ihrem Grußwort sagte Clinton: „Wir sind nach Bahrain gekommen, weil wir ein gemeinsames Interesse und ein gemeinsames Ziel haben: dauerhafte und umfassende Sicherheit und Frieden in der Golf-Region.“ So leiste dieser Dialog Jahr für Jahr einen „wertvollen Beitrag“ für die regionale Sicherheit, indem er den Golf-Staaten und ihren Partnern die Möglichkeit gibt, „dringende Herausforderungen zu diskutieren“ und Wege „gemeinsamer Aktivitäten in Richtung gemeinsamer Ziele“ zu finden.

Staatssekretär Schmidt betonte die Bedeutung der deutschen Teilnahme am „Manama-Dialog“: „Der Dialog ist für uns eine Möglichkeit, in einer Region, die in der Tat nicht eines unserer klassischen Kooperationsgebiete ist, noch mehr präsent zu sein - ja auch ein Stück Fuß zu fassen und unsere Positionen auf eine sehr verbindliche Art darstellen und weiterentwickeln zu können.“ Dabei stellte Schmidt allerdings klar: „Wir sind und bleiben natürlich Nicht-Golfanlieger und wir können daher nur unterstützen, empfehlen und mitarbeiten.“

Am Rande der Konferenz boten sich zahlreiche Möglichkeiten zum bilateralen Austausch. So traf sich Staatssekretär Schmidt unter anderem mit Vertretern Bahrains, Saudi-Arabiens, Ägyptens, Japans und der USA. Dabei wurden neben anderen Themena auch Fragen zur iranischen Nuklearentwicklung, der Rolle der Golfstaaten bei der Lösung des Konflikts in Jemen sowie bilaterale Kooperationsmöglichkeiten erörtert. Eine der zentralen Fragen formulierete Staatssekretär Schmidt so: „Wie kann sich in dieser Region Sicherheit regional organisieren lassen und was können wir dazu beitragen“.Mit Blick auf die Akzeptanz Deutschlands in der Region sagte der Bundestagsabgeordnete aus Fürth, er spüre in den Gesprächen, dass Deutschland „traditionell einen guten Namen“ habe, schränkte aber auch hier ein: „Allerdings ist unser Fußabdruck nicht ganz so groß und prägnant, wie der von anderen Staaten.“ Aber gerade aus Verbindlichkeit und Zurückhaltung erwachsen auch Vorteile, ergänzte der Staatssekretär und weiter: „Die Region verbindet viel Positives mit Deutschland.“

Nach einem Resümee seiner Reise gefragt, sagte er, die Bereitschaft aller, „in friedlicher Kooperation wirtschaftlich zusammenzuarbeiten“, sei sehr deutlich geworden. Zudem verwies Schmidt – vor dem Hintergrund des Rückgangs der Erdölförderung –auf die steigende Bedeutung der Region am Persischen Golf: „Diese Region ist die zentrale Region des Wandels der kommenden 30 Jahre. Und da tut man aus vielen Gründen gut daran, mit der Region eng zusammenzuarbeiten.“ 

Der „Manama-Dialog“ ist eine regionale Sicherheitskonferenz mit internationaler Beteiligung. Er wird seit 2004 vom „International Institute for Strategic Studies“ (IISS) veranstaltet. Der „Manama-Dialog“ ist eines der wichtigsten Austauschforen der Region am Persischen Golf. In diesem Jahr nahmen Delegationen aus mehr als 20 Ländern teil. Neben den Golfstaaten Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten, waren unter anderem Ägypten, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Iran, Irak, Japan, Jemen, Jordanien, Libanon, Russland, die Türkei und die USA vertreten.

Das IISS ist eine der weltweit führenden Einrichtungen im Bereich der Konfliktforschung. Es wurde 1958 gegründet und hat seinen Sitz in London. Daneben unterhält es Büros in Bahrain, Singapur und den Vereinigten Staaten. Neben dem „Manama-Dialog“ veranstaltet das IISS auch zahlreiche andere sicherheitspolitischer Konferenzen.


zurück zur Übersicht