Christian Schmidt im Plenum

Staatssekretär Schmidt ehrt gefallene Jüdische Soldaten

Sonntag, 07.11.2010

Schmidt bei der Kranzniederlegung

Schmidt bei der Kranzniederlegung

Am 7. November legte der Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung und Fürther Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt am Ehrenmal auf dem jüdischen Friedhof in Frankfurt am Main einen Kranz zur Ehrung gefallener jüdischer Soldaten des Ersten Weltkrieges und ihrer in der Shoa ermordeten Angehörigen und Kameraden nieder.

„Von der Öffentlichkeit bis heute wenig beachtet, vom Naziregime systematisch negiert, forderte der Erste Weltkrieg das Leben von rund 12.000 deutschen jüdischen Soldaten“, erklärte Staatssekretär Schmidt in seiner Ansprache. Obwohl die jüdischen Soldaten in Deutschland und Österreich sich „meist mit nationaler Überzeugung und auch einem Stück Pathos“ in den Dienst des Vaterlandes gestellt hätten, seien sie gedemütigt, erniedrigt, entmenschlicht und ermordet worden.

„Die Bundeswehr und ihre Wertegrundlage ist ein Teil der Hoffnung, dass der Welt und den Juden insbesondere so etwas nicht mehr geschehen muss“, sagte Schmidt. Das Konzept der Inneren Führung und des Staatsbürgers in Uniform habe „sich nach zwei Lebensgenerationen so verfestigt, dass es heute nicht mehr gefährdet ist“.

Kämpfer für eine aufgeklärte Gesellschaft

Dass sich eine zunehmende Anzahl junger Menschen jüdischen Glaubens mit den in den Streitkräften gelebten Werten identifizieren könne sei den aktiven jüdischen Soldaten in der Bundeswehr zu verdanken „die Werte mitgestalten und umsetzen“. Schmidt weiter: „Sie vertrauen auf die Einbettung der Bundeswehr in die demokratische Gesellschaft und die Wahrung ihrer staatsbürgerlichen Rechte.“ Die Gleichheit aller Soldaten, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Geschlecht sei heute verwirklicht. „Damit erfüllt sich auch ein Vermächtnis, dass die jüdischen Soldaten, die damals ihr Leben gelassen haben, uns eigentlich in die Gegenwart und in die Zukunft übertragen haben“, sagte der Staatssekretär.

Die jüdischen Soldaten des Ersten Weltkrieges seien „in ihrer Haltung nicht blinde Patrioten und Anhänger eines imperialen Krieges“ gewesen. Obwohl „durchaus national bewusst“ seien sie als Kämpfer für eine aufgeklärte Gesellschaft gleichberechtigter Bürger aufgetreten. „Schon allein deshalb müssen diese jüdischen Soldaten in der Erinnerungskultur einen herausragenden Platz finden“, unterstrich Schmidt.

Nach seiner Ansprache legte Staatssekretär Schmidt zusammen mit General a.D. Karl-Heinz Lather einen Kranz für das Bundesministerium der Verteidigung am Ehrenmal nieder. Nachdem noch weitere Abordnungen aus dem In- und Ausland die Gefallenen ehrten spielte ein Trompeter der Bundeswehr das Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“. Nach dem Entzünden des ewigen Lichts und einem Gebet wurden die Namen der 50 auf dem Ehrenfriedhof beerdigten Gefallenen verlesen.

Das Ehrenmal wurde am 8. November 1925 eröffnet. Im Rahmen ehrenamtlichen Engagements durch eine lokale Initiative wurde das Ehrenmal in den letzten Jahren vor dem weiteren Verfall gerettet und restauriert. Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, Professor Dr. Salomon Korn, charakterisierte das Ehrenmal als „wenig pathetisch und sehr würdig“. Neben den deutschen jüdischen Soldaten ruhen auf dem Friedhof auch jüdische Soldaten aus Österreich, die aufgrund ihrer Verwundungen in Frankfurter Lazaretten verstarben.


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