Christian Schmidt im Plenum

Ein Jahr nach dem Aus von Quelle

Staatssekretär Schmidt und Staatsminister Söder ziehen positive Bilanz

Dienstag, 19.10.2010

v.l.n.r.: Petra Guttenberger MdL, Staatsminister Dr. Markus Söder, Staatssekretär Christian Schmidt und Kreisvorsitzender Gerhard Fuchs.

v.l.n.r.: Petra Guttenberger MdL, Staatsminister Dr. Markus Söder, Staatssekretär Christian Schmidt und Kreisvorsitzender Gerhard Fuchs.

Ein Jahr nach dem endgültigen Aus für das Fürther Traditionsunternehmen Quelle haben  Christian Schmidt, Parlamentarischer Staatssekretär und heimischer Bundestagsabgeordneter, und Staatsminister Dr. Markus Söder, Vorsitzender des CSU-Bezirksverbandes Nürnberg-Fürth-Schwabach, bei einem Pressegespräch im neuen Service Center der Deutschen Post eine positive Bilanz des bisher Erreichten gezogen. Auch Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger, Gerhard Fuchs, Kreisvorsitzender der Fürther CSU, sowie der Fürther Wirtschaftsreferent Horst Müller waren zum Pressegespräch in die Uferstadt gekommen.

„Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist entgegen aller Erwartungen stabil geblieben“, betonte Staatssekretär Schmidt. „Rund die Hälfte der 1.800 betroffenen Quelle-Mitarbeiter in Fürth konnte wieder in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt werden.“ Großer Dank dafür gebühre der Bundesagentur für Arbeit, die sich von Anfang an aufgeschaltet habe, um die ehemaligen Quelle-Mitarbeiter zu unterstützen und zu fördern.

Dank gebühre aber auch einzelnen Unternehmen wie der Deutschen Post AG, die sich mit ihrem Service Center, das für alle Fragen rund um das neue Produkt „E-Postbrief“ zuständig ist, in der Uferstadt niedergelassen habe. „Dass die Post ihr größtes Service Center in Fürth errichtet hat, ist doch der beste Beweis dafür, wie attraktiv unsere Region für Unternehmen ist“, betonte Schmidt und freute sich, dass mehrere Dutzend der bisher 345 Mitarbeiter am Standort Fürth ehemalige Quelle-Mitarbeiter sind. 

Gleichzeitig appellierte der Bundestagsabgeordnete, die früheren Quelle-Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind, nicht zu vergessen. „Alle ehemaligen Auszubildenden der Firma Quelle konnten ihre Lehre bei einem neuen Arbeitgeber fortsetzen, viele der unter 50-Jährigen stehen wieder in Lohn und Brot. Auch für die über 50-Jährigen müssen verstärkt neue Beschäftigungsverhältnisse gefunden werden“, so Schmidt weiter.

In diesem Zusammenhang erinnerte Schmidt auch an mehrere Briefe, die die Fürther CSU an den ehemaligen Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick gerichtet hatte. „Er hatte angekündigt, ein Drittel seines Arcandor-Gehalts von 15 Millionen Euro einer geplanten Stiftung zugunsten der Weiterbildung und Existenzgründung früherer Quelle-Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen“, so Schmidt. Als bekannt wurde, dass diese Stiftung rechtlich nicht zulässig sei, habe die CSU ihn aufgefordert, die Spende einer Stiftung in Nürnberg/Fürth zukommen zu lassen. „Wir wären für die Beantwortung unserer Briefe sehr dankbar“, so Schmidt, „und könnten Herrn Eick auch zahlreiche Adressen von Fürther Sportvereinen oder Stiftungen nennen, die für eine Spende sehr dankbar wären.“ Zudem forderte Schmidt den früheren Quelle-Manager Thomas Middelhoff auf, in ähnlicher Weise seinen Beitrag zur Verantwortungsübernahme für das Quelle-Desaster zu leisten.

Einig waren sich alle, dass eine der Hauptursachen für die positive Entwicklung vor allem das vom Freistaat Bayern beschlossene Strukturprogramm für die Region Nürnberg/Fürth ist. „Mit 105 Millionen werden insgesamt neun Projekte in Nürnberg und Fürth gefördert, darunter der Energie Campus Nürnberg, der Gewerbehof Complex oder das Fraunhofer Entwicklungszentrum Röntgentechnik“, erklärte Söder. „Weitere zehn Millionen fließen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.“ Mit dem Strukturprogramm habe die gesamte Region einen enormen Schub bekommen. So sei nicht nur ein Anreiz für Innovationen geschaffen, sondern auch der Strukturwandel voran gebracht worden.

„Wir haben die Weichen richtig gestellt“, findet auch Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger, denn das Strukturprogramm habe unter anderem auch das Statistische Landesamt nach Fürth gebracht. „Viele Mitarbeiter des Landesamtes fahren nicht extra von München nach Fürth, sondern suchen sich andere Stellen in München. Für unseren Arbeitsmarkt ist das positiv, denn es bedeutet, dass jetzt im Landesamt befristet Beschäftigte auf eine unbefristete Stelle hoffen können“, so Guttenberger.

„Wir müssen für das Erreichte dankbar sein“, resümierte Kreisvorsitzender Fuchs und dankte dem Freistaat sowie allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz, die Folgen der Quelle- Insolvenz für die betroffenen Mitarbeiter, aber auch für die Zulieferfirmen, abzumildern. „Wir wissen, dass noch nicht alle Probleme gelöst sind, aber mit tatkräftigem Einsatz, werden wir auch weiterhin einiges bewegen können“, so Fuchs. 


zurück zur Übersicht