Christian Schmidt im Plenum

Staatsminister Neumann im Gespräch mit Fürther Kulturschaffenden

Freitag, 01.02.2008

Zahlreiche Fürther Kulturschaffende waren am Donnerstag, den 31. Januar, der Einladung von Staatssekretär Christian Schmidt MdB, CSU-Kreisvorsitzender Fürth-Stadt, und Oberbürgermeisterkandidatin Birgit Bayer-Tersch zum Kulturgespräch in die Musikschule gefolgt. Mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann diskutierten die Gäste über kulturelle Bildung, Denkmalschutz und die Fortschreibung des Gedenkstättenkonzepts genauso wie über die Bedeutung der Kultur für die Gesellschaft.

„In Fürth beginnen die Pflanzen zu blühen, die wir bereits vor Jahren gesät haben“, erklärte Christian Schmidt. „Ich nenne hier nur das generalsanierte Stadttheater, das Kulturforum Schlachthof, die Comödie Fürth im Berolzheimerianum oder die Städtische Galerie. Sie alle sorgen für ein vielfältiges und reichhaltiges Kulturleben, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.“

„Aus diesem Grund werden wir von der CSU kulturelle Einrichtungen auch weiterhin fördern und unterstützen“, so Oberbürgermeisterkandidatin Birgit Bayer-Tersch. „Ich denke da zum Beispiel ans Stadtarchiv und an die Stadtbiblio-thek in Burgfarrnbach. Die in Burgfarrnbach vorhandenen Bestände müssen erhalten und auch endlich der Öffentlichkeit präsentiert werden“, so Bayer-Tersch weiter. „Deshalb müssen die personelle sowie die finanzielle Ausstattung verbessert werden."

Kultur benötige aber auch Nachwuchs – „sowohl auf der Seite des Künstlers also auch auf der Seite des Zuschauers“, betonte Bayer-Tersch. „Deshalb ist mir gerade die kulturelle Bildung ein ganz besonderes Anliegen.“

Dem schloss sich auch Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien bei der Bundeskanzlerin an. „Kulturelle Bildung vermittelt den Kindern und Jugendlichen Traditionen und Werte und trägt zur Identitätsfindung bei“, so Neumann. Um die Zukunftschancen der nachfolgenden Generationen zu erhöhen und ihnen gemeinschaftliche Perspektiven zu eröffnen, müssten Initiativen entwickelt werden. Als Beispiel nannte Staatsminister Neumann das Kulturprojekt „Jedem Kind ein Instrument“.  Das Projekt der Kulturstiftung des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Zukunftsstiftung Bildung unter Beteiligung der Kommunen und privater Förderer ist ein musikpädagogisches Angebot an Grundschulkinder im Ruhrgebiet im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010. Alle teilnehmenden Kinder im ersten Schuljahr werden von Musikschulpädagogen spielerisch ins Thema Musik eingeführt.

Ein anderes Beispiel:„KiKuMa“, ein Kinderkulturmagazin, für das Staatsminister Neumann die Schirmherrschaft übernommen hat. „Das Magazin erscheint viermal im Jahr in einer Auflage von 1,3 Millionen Exemplaren.“ Laut Neumann solle das Magazin, das als Gratisbeilage in vielen Zeitungen verteilt wird, als Plattform zur Förderung von Kunst und Kultur dienen.

Dabei spiele auch die Fortschreibung des Gedenkstättenkonzeptes eine Rolle. „Es gilt die NS- und die SED-Diktatur aufzuarbeiten“, erklärte der Staatsminister, „denn wer die Geschichte nicht kennt, ist auch nicht immun gegen bestimmte Ideologien.“

Einig waren sich an diesem Abend alle darüber, dass Kultur unterstützt und gefördert werden muss. „Immerhin ist die Kulturwirtschaft ein bedeutender ökonomischer Faktor, der 2006 rund 2,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftete“, so Neumann. „Das bedeutet, die Kulturwirtschaft ist volkswirtschaftlich gesehen, fast so bedeutend wie die Automobilindustrie die bei etwa 2,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegt.“

Kunst und Kultur seien für uns Menschen wie für die Gesellschaft insgesamt so wichtig wie die Luft zum Atmen, betonte Staatssekretär Schmidt. Und deshalb werden laut Neumann für den Bereich Kultur 400 Millionen Euro für ein Sonderinvestitionsprogramm zusätzlich zum Haushalt zur Verfügung gestellt – allein 40 Millionen für den Denkmalschutz.
Mit dem neuen Sonderprogramm „Denkmal vor Ort“ soll der Denkmalschutz auf kommunaler und regionaler Ebene unterstützt werden. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch der Fürther Denkmalschutz davon profitiert“ versicherte Oberbürgermeisterkandidatin Birgit Bayer-Tersch. „Sie sind unser kulturelles Erbe, das es zu bewahren gilt.


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