Christian Schmidt im Plenum

Schmidt: "Keine Aufweichung des Stammzellgesetzes"

Freitag, 22.02.2008

Am Donnerstag, den 14. Februar wurde in einer dreistündigen Plenardebatte im Deutschen Bundestag der weitere Umgang mit dem aktuellen Stammzellgesetz und die Frage, ob der Import embryonaler Stammzellen ausgeweitet werden soll erörtert.

Der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt betont, dass er aus ethischen und moralischen Gründen die völlige Freigabe verbrauchender „Embryonenforschung“, d.h. die unbegrenzte Tötung von Embryonen zur Gewinnung embryonaler Stammzellen ablehnt.

„Ich habe durchaus Verständnis für die Forderung der Wissenschaft nach neuen, von Verunreinigungen freien Stammzelllinien. Das international hohe Niveau kann so im Bereich der erfolgreichen Forschungen, beispielsweise im Zusammenhang mit regenerativen Zelltherapien oder der Untersuchung genetischer Krankheiten, gehalten werden“, erklärt Schmidt. „Wir müssen aber auch erkennen, dass die embryonale Stammzellforschung von der in der Presse oft erwähnten bevorstehenden medizinischen Therapie am Menschen noch weit entfernt ist.“ Bisher gibt es noch keine einzige klinische Anwendung.

Eine einmalige Verschiebung des Stichtages ist für den Fürther Bundestagsabgeordneten allerdings auch keine Lösung
Schmidt warnt: „Den Stichtag jetzt zu verschieben, heißt ihn abzuschaffen. Denn dann könnte er mit den gleichen Argumenten wieder und wieder verschoben werden.“

Ethisch unbedenklich dagegen ist die adulte Stammzellforschung. „Die adulte Stammzellforschung ist sogar in vielen Bereichen wegweisend für die Therapie“, hebt der Parlamentarische Staatssekretär vor. Zwar haben die Forscher auch in der adulten Stammzellforschung noch einen langen Weg vor sich, aber im Gegensatz zur human embryonalen Stammzellforschung ist sie fortgeschrittener und sogar vielfach erfolgreich in der Anwendung.

Christian Schmidt ist Unterzeichner des Antrages, der sich gegen eine Stichtagsveränderung und für die Beibehaltung des aktuellen Gesetzes ausspricht.


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