Öffentliches Gelöbnis in Nürnberg
Deutliches Bekenntnis der Politik zur Bundeswehr
Freitag, 01.08.2008
"Ich gelobe der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen." Laut und kräftig schallten diese Worte am vergangenen Mittwochabend (30. Juli 2008) aus 135 Rekrutenkehlen über den Sebalder Platz im Herzen Nürnbergs. Die jungen Soldaten aus Kümmersbruck bekannten sich damit bei hochsommerlichem, schwülwarmem Wetter öffentlich zu ihren Pflichten für ihr Land. Nicht alle Nürnberger waren mit diesem öffentlichen Zeremoniell einverstanden, den feierlichen Rahmen der Veranstaltung allerdings vermochte auch das Trillerpfeifenkonzert von rund 200 Demonstranten ein paar Straßen weiter nicht wirklich zu stören.
Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, allen voran Bayerns Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein und der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Christian Schmidt, erwiesen den Soldaten die Ehre und drückten mit ihrer Anwesenheit ihre Verbundenheit mit der Bundeswehr aus. Die Rekruten und über 400 ihrer Angehörigen, die der Zeremonie beiwohnten, werden dies mit Stolz und Zufriedenheit registriert haben.
Für Ministerpräsident Beckstein war das Gelöbnis in seiner Heimatstadt fast schon so etwas wie ein "Heimspiel". Anspielend auf den Standort der Rekruten meinte Beckstein, er sei vor Jahrzehnten selbst dort in der Nähe Soldat gewesen. Wie Maly plädierte auch Beckstein für das öffentliche Gelöbnis: "Die Bundeswehr gehört als eine ganz wichtige Institution des demokratischen Rechtsstaates in die Öffentlichkeit", meinte Beckstein. Natürlich wisse er, augenzwinkernd an Christian Schmidt gewandt, dass die Bundeswehr eine Institution des Bundes sei, dennoch erlaube er es sich, "unserer bayerischen Bundeswehr" für ihre Leistungen in den vergangenen mehr als 50 Jahren ein herzliches Dankeschön zu sagen. Besonders erwähnte er die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den zivilen Kräften im Katastrophenschutz und bei Großveranstaltungen.
Den Rekruten dankte er, stellvertretend für Millionen von Wehrpflichtigen, für ihre Entscheidung Wehrdienst abzuleisten und sich damit zur Demokratie zu bekennen. Beckstein: "Wir brauchen die Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft!" Zwar sei der Dienst mit Anstrengungen verbunden, auch werde vielleicht Frust aufkommen und schließlich könne die Trennung von zuhause belastend sein. Auf der anderen Seite würden aber zum Beispiel Kameradschaften geknüpft, "die nicht selten ein Leben lang halten." Der bayerische Landesvater wünschte den Soldaten abschließend Glück, Erfolg, Tatkraft, Zuversicht und Neugier für die bevorstehende Dienstzeit.
Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt kam die Aufgabe zu, beim anschließenden Empfang für Soldaten, Angehörige und Ehrengäste ein Grußwort zu sprechen. Er bedankte sich bei der Stadt Nürnberg für ihre Gastfreundschaft, drückte den Rekruten seinen Dank und seine Anerkennung aus, schloss aber mit Blick auf die vespernde Festversammlung alsbald mit einem Spruch, den er noch aus seiner Wehrdienstzeit kenne: "Ohne Mampf kein Kampf!"
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