Christian Schmidt im Plenum

EAK-Forum in Heilsbronn

SOLL und HABEN – die Bedeutung christlicher Werte im Wirtschaftsleben

Montag, 04.05.2009

Welche Werte sollten im Wirtschaftsleben eine Rolle spielen? Was ist Soziale Marktwirtschaft in ihrer konkreten Ausgestaltung? Wie sollten sich die Akteure angesichts der Finanzkrise im Marktgeschehen verhalten?

Um all diese Fragen drehte sich das diesjährige EAK-Forum in Heilsbronn. Christian Schmidt MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung und mittelfränkischer Bezirksvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CSU, hatte gemeinsam mit der Mittelstands-Union zur Podiumsdiskussion zum Thema "Soll und Haben – die Bedeutung christlicher Werte im Wirtschaftsleben" geladen. Neben Schmidt stellten sich Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche, Rechtsanwalt und Bankkaufmann Mathias Ritzmann, MU-Vorsitzender Jan Helmer sowie der erste Bürgermeister von Heilsbronn Dr. Jürgen Pfeiffer dieser umfangreichen Thematik.

Schmidt ging zunächst auf die Problematik der Finanzkrise ein. "Der Staat muss zwar retten und helfen, darf aber nicht dauerhaft eingreifen," so Schmidt. Die Tatsache, dass Unternehmen selbst entscheiden und haften, müsse bleiben.

Als schwierige Fragestellung erwies sich die konkrete Werteorientierung für den Bürger. Wie soll er sich gerade in Zeiten der Finanzkrise richtig verhalten? Ein erster Anfang sei, laut Schmidt, wenn jeder Einzelne gewisse Anforderungen an den Staat senken würde. "Für jeden Einzelnen gilt nicht die Maximierung des Nutzens, sondern die Maxime von wertegebundener Verantwortung", betonte Schmidt. Einig waren sich die Teilnehmer sowie das Publikum auch darüber, dass die "Werteerziehung" von Heranwachsenden gefördert werden müsse. "Außerdem ist wieder mehr Pflege unserer Kultur und Tradition nötig", so Nitsche.

Auf die Frage Pfeiffers, wie gerade regionale Unternehmen für die Förderung von Werten sorgen, äußerte sich Ritzmann: "Man darf sich nicht von Geschäften verlocken lassen, sondern muss auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen. Dabei darf nicht der Wert des Menschen vergessen werden." 

Sowohl Schmidt, als auch Helmer sprachen sich  für eine nötige "Nachhaltigkeit"  im Wirtschaftsleben aus, damit Belastungen für zukünftige Generationen verhindert werden könnten. Im Sinne der Wirtschaftswissenschaften bedeutet dies, dass Werte in die Unternehmensstrategie eingefügt werden müssen, um langfristigen Erfolg zu garantieren. Aus diesen Werten können dann konkrete strategische Unternehmensziele abgeleitet werden, die nicht nur die finanzielle Perspektive, sondern auch soziale und ökologische Komponenten berücksichtigen. "Die Problematik darin besteht nur, dass es für die Sicherung von nachhaltigem Wirtschaften international vereinbarte Regelungen geben muss", so Schmidt. "Sonst ist zu befürchten, dass am Ende der Krise nur noch mehr wirtschaftliche Unterschiede in den einzelnen Ländern auftreten."


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