Christian Schmidt im Plenum

"20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit"

Plakatausstellung im Landratsamt in Zirndorf eröffnet

Donnerstag, 30.07.2009

Die Ereignisse des Jahres 1989 sind unvergesslich: DDR-Bürger, die in die Prager Botschaft der Bundesrepublik flüchten oder über Ungarn den Weg in die Freiheit suchen, und schließlich der 9. November, als die Mauer fällt und sich kilometerlange Schlangen von Trabbis in Richtung Westen aufmachen.

Die Plakat-Ausstellung "20 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit" der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zeichnet die Ereignisse rund um den Mauerfall nach. Zu sehen sind die Bilder ab heute im Foyer des Landratsamtes bis einschließlich Mittwoch, den 5. August 2009.

"Während Ältere noch lebhafte Erinnerungen haben, wissen jüngere Menschen nur sehr selten etwas von jenen Tagen oder den Lebensbedingungen in der DDR. Darum freuen wir uns sehr, dass wir diese besondere Ausstellung bei uns präsentieren können", sagte Landrat Matthias Dießl. Wie er betonte,  ist es dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung und heimischen Bundestags-abgeordneten Christian Schmidt zu verdanken, dass die Ausstellung in Zirndorf zu sehen ist.

Schmidt, der Mitglied im Stiftungsrat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist,  wies in seiner Festrede darauf hin, wie wichtig es sei, sich die damaligen Ereignisse wieder ins Gedächtnis zu rufen beziehungsweise die jüngeren Generationen darüber zu informieren. "Nur durch einen klaren Blick auf die Vergangenheit können wir die Gegenwart begreifen und die Zukunft gestalten", so Schmidt. Mit der Ausstellung sollen die Besucher für das Thema Staatssicherheit und DDR-Diktatur sensibilisiert und die Diskussion darüber gefördert werden. "20 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit – das ist unsere Geschichte, die viele sogar selbst mitgestaltet haben", betonte Matthias Dießl.

Die Dokumentation beginnt mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Versorgungs-Engpässen in der DDR Anfang der 80er Jahre, schildert den Einfluss der Glasnost-Politik von Gorbatschow, gegen den sich die Machthaber in der DDR zum Beispiel mit dem Verbot der Zeitschrift "Sputnik" wehrten, thematisiert die Toten an der innerdeutschen Grenze ebenso wie die Fälschung der Wahlergebnisse, die Botschaftsflüchtlinge, Friedensgebete, Montags-Demonstrationen, den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung.

"Ich hoffe, dass Ausstellungen wie diese dazu beitragen, dass den Menschen wieder stärker bewusst wird, dass Frieden und Gemeinsamkeit eine der höchsten demokratischen Bausteine sind", so der Landrat. Und Christian Schmidt betonte: "Es scheint noch immer weit verbreitet zu sein, sich die Jahre des Sozialismus schön zu reden. Die DDR war eine sozialistische Diktatur. Dies heute zu verharmlosen wäre ein großer Fehler. Unser aller Aufgabe ist es deshalb, einer Verklärung der Verhältnisse in der DDR entgegenzuwirken. Wir dürfen es nicht zulassen, dass ein Staat, der seine Bürger eingesperrt und bevormundet hat, mit wachsendem zeitlichen Abstand zum Ideal eines besseren Deutschlands wird."


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