Christian Schmidt im Plenum

Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt spricht mit Angehörigen von Soldaten im Auslandseinsatz

Den Fragen der etwa 80 Familienangehörigen von Soldaten, die sich zur Zeit im Auslandseinsatz befinden, stellte sich Christian Schmidt, am vergangenen Samstag am Nürnberger Flughafen.

Samstag, 08.08.2009

Schmidt, der in den vergangenen Wochen einen wahren Besuchsmarathon zu Verbänden und Dienststellen der Bundeswehr absolviert hatte, nahm mit großem Interesse die Fragen und Beiträge der Angehörigen, darunter viele Kinder, auf.  Die Bandbreite der Themen war breit gefächert. Da ging es zum Beispiel um die Einsatzhäufigkeit von Spezialpersonal aber auch um aktuelle Unzulänglichkeiten in der Feldpostversorgung zwischen Afghanistan und Deutschland oder generelle Kommunikationsprobleme zwischen den Soldaten im Ausland und ihren Angehörigen. Schmidt erläuterte Hintergründe und sagte darüber hinaus zu, er wolle die Themen mit nach Berlin nehmen, denn "Kommunikation ist ja eine ganz wichtige Lebensader" Überhaupt gab der Staatssekretär den Angehörigen das Gefühl, sich um ihre Wünsche kümmern zu wollen. Schnelle Lösungen an Ort und Stelle hatte er indes nicht parat, was wohl auch niemand erwartet hatte.

Oberstabsfeldwebel Manfred Gaevert, der Leiter des Familienbetreuungszentrums Kümmersbruck, nutzte die Chance, Schmidt einen Posten mitzugeben, der auf seiner Wunschliste ganz oben steht. Er wünscht sich, dass er den Familienangehörigen häufiger eine Videokonferenzschaltung anbieten kann, um mit den Soldatinnen und Soldaten im Einsatz per Ton und Bild miteinander verbunden zu sein. Staatssekretär Schmidt will hier darauf hinwirken, dass die in der Bundeswehr vorhandenen Anlagen flexibler genutzt und damit auch verstärkt in der Familienbetreuung eingesetzt werden können.

Christian Schmidt selbst nutzte die große Runde, einige grundsätzliche Positionen darzulegen. So machte er deutlich, warum die Bundeswehrführung bei der ISAF-Mission in Afghanistan von einem Stabilisierungseinsatz spreche, obwohl viele Menschen dieses Engagement als „gefühlten Krieg“ wahrnähmen. Schmidt ging auch auf den Schutz der Soldaten im Auslandseinsatz ein und versicherte den Angehörigen: "Wir tun, was wir können!" Unter wir versteht  er die politische Leitung und die militärische Führung der Bundeswehr, deren unterschiedliche Funktionen er  - angelehnt an das Beispiel eines Wirtschaftsunternehmens -  anschaulich mit Aufsichtsrat und Vorstand verglich.

Mit der Frage "Was passiert, wenn was passiert?" leitete Schmidt zum Themenkomplex Einsatzweiterverwendungsgesetz über. Die Maßnahmen nach diesem relativ neuen Gesetz hält er für sehr gut, aber er sieht weiteren Handlungsbedarf. Hier beschäftigt er sich derzeit mit dem Gedanken an eine "Bundeswehr-Stiftung", die die Lücken schließen könne, die weder durch das Gesetz noch durch Leistungen der ohnehin schon vorhandenen Selbsthilfeeinrichtungen wie dem Soldatenhilfswerk erbracht würden. Schmidt ging auch auf die Diskussion um die posttraumatischen Belastungen der Einsatz-Soldaten ein. Er sei dankbar, dass hierüber gesprochen werde aber auch "froh, dass dieses Thema aus den Medien raus ist."

Noch eine ganze Reihe weiterer Themen wurde angesprochen. Dann aber drängte der nächste Programmpunkt  - die Besichtigung des Nürnberger Flughafens, dessen Geschäftsführer Karl-Heinz Krüger sich persönlich die Zeit genommen hatte, die Angehörigen zu begrüßen. Schmidt seinerseits versicherte, die Bundeswehr werde an diesem Flughafen ganz hervorragend betreut.


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