Christian Schmidt im Plenum

Christian Schmidt wird mit dem Alfred Dreyfus Preis ausgezeichnet

Jüdische Soldaten würdigen besondere Verdienste des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Verteidigung für das deutsch-jüdische Verhältnis

Donnerstag, 19.11.2009

„Ein Mann der Tat“, hob der Ehrenvorsitzende des Bundes jüdischer Soldaten,  Michael Fürst, in seiner sehr persönlich gehaltenen Laudatio anlässlich der Verleihung des Alfred-Dreyfus-Preises an den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Christian Schmidt (CSU) aus Fürth, hervor.  Schmidt betreibe ein beispielhaftes Engagement in der Erinnerungs- und Gedenkarbeit, so Fürst in seiner Laudatio weiter. Besonders hob der Ehrenvorsitzende Fürst des Bund jüdischer Soldaten das zukunftsorientierte Eintreten für die berechtigten Interessen der jüdischen Bundeswehrangehörigen hervor. Michael Berger, Vorsitzender der jüdischen Soldatenvereinigung, sah dies genauso: „Während andere gerne über das deutsch-jüdische Verhältnis reden, hat sich Christian Schmidt in den letzten Jahren in nahezu wöchentlichen Treffen, Veranstaltungen und Publikationen in Deutschland und im Ausland beispielhaft eingesetzt.“
 
Die Auszeichnung mit dem Preis zum 150. Geburtstag von Alfred Dreyfus ist eine besondere Würdigung durch den Bund jüdischer Soldaten. Dieser will mit dem Preis an die Verteidigung staatsbürgerlicher Rechte und den Kampf um gesellschaftliche Gleichstellung der Juden im Rahmen der Alfred-Dreyfus-Affäre in Frankreich erinnern. Hauptmann Dreyfus wurde von Antisemiten mit fingierten Beweisen der Spionage für Deutschland bezichtigt und daraufhin verurteilt. Die Affäre löste Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich eine gesellschaftliche Kontroverse über Antisemitismus und die Wahrung bürgerlicher Rechte aus. Darüber hinaus gilt sie als Symbol für die Benachteiligung von Juden im demokratischen Staat und trug wesentlich zur Aufwertung nationaler Bestrebungen im Judentum bei.
 
Für Schmidt ist das Eintreten für die Belange jüdischer Soldaten nicht nur eine Frage gesellschaftlicher Gleichstellung, sondern die Hoffnung, das Vertrauen der jüdischen Bevölkerung in den deutschen Staat als solches weiter zu stärken. Angesichts des Holocaust ist für viele jüdische Familien die Ableistung des Wehrdienstes in einer deutschen Armee noch immer undenkbar. Zu tief sitzen die Ängste und der Schmerz auch noch in der zweiten und dritten Generation nach dem Holocaust. Jedoch fassen immer mehr jüdische Jugendliche Vertrauen in die Bundeswehr und leisten ihren Wehrdienst ab. Diesen Prozess des Vertrauens und des Dialogs zu unterstützen war für Christian Schmidt immer ein großes Anliegen. „Man muss wissen, auf welcher Grundlage und mit welchen Grundwerten man Politik betreibt“, so Schmidt in seiner Dankesansprache. Sein weg war es und wird es in Zukunft sein, durch viele persönliche Gespräche Ängste abzubauen und praktikable Lösungen für die besonderen Anforderungen der jüdischen Kultusvorschriften in der Bundeswehr zu finden. „Ich verstehe den Dreyfus-Preis als Arbeitsauftrag“, so der Staatssekretär am Ende seiner Rede, „um in dieser Richtung des Dialogs und des Eintretens für die besonderen Belange weiter den Weg zu einer positiven Normalität zu suchen“.


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