Christian Schmidt im Plenum

Bundesminister Schmidt besichtigt Milchviehbetrieb in Roßendorf, Cadolzburg

Diskussion zur aktuellen Landwirtschaftspolitik

Montag, 27.10.2014

Bundesminister Christian Schmidt MdB, Hans Haag, Kreisvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft Fürth-Land, Manfred Öchsner, Landrat Matthias Dießl, CSU-Kreisvorsitzender Fürth-Land, und Siegfried Tiefel, BBV-Kreisobmann.

Bundesminister Christian Schmidt MdB, Hans Haag, Kreisvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft Fürth-Land, Manfred Öchsner, Landrat Matthias Dießl, CSU-Kreisvorsitzender Fürth-Land, und Siegfried Tiefel, BBV-Kreisobmann.

Bundesminister Christian Schmidt MdB hat am Montag, den 27. Oktober 2014, auf Einladung des CSU-Kreisverbandes Fürth-Land sowie des Kreisverbandes Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft den Milchviehbetrieb der Familie Öchsner in Roßendorf, Cadolzburg, besucht. Gemeinsam mit Landrat und CSU-Kreisvorsitzenden Matthias Dießl, AGL-Vorsitzenden Hans Haag sowie zahlreichen Landwirten und Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes informierte sich Schmidt vor Ort über den Betrieb und die aktuelle Situation. Die Familie Öchsner betreibt ihren Hof mit 80 Stück Vieh, davon 35 Kühe, und verfügt über eine eigene Nachzucht. Erik Öchsner, der derzeit eine landwirtschaftliche Ausbildung in einem Lehrbetrieb absolviert, informierte u.a. über die Pläne der Familie einen neuen Laufstall zu errichten. „Unsere Landwirtschaft ist für die Zukunft gewappnet“, betonte Schmidt und wies in diesem Zusammenhang auf den bayrischen Agrarbericht hin. „805 Junglandwirte haben in Süddeutschland ihre Ausbildung begonnen. So viele hatten wir seit 20 Jahren nicht mehr“, freut sich Schmidt. „Viele Betriebe haben auch in der nächsten Generation Perspektive. Auch der durchschnittliche Gewinn der Bauern im Haupterwerb ist um 3,5 Prozent auf 54.000 Euro angestiegen. Das sind ermutigende Zahlen.“Bei einer anschließenden Diskussionsveranstaltung im vollbesetzten Saal des Gasthauses „Grüner Baum“ in Cadolzburg-Egersdorf, standen u.a. die Themen „Tierwohl“, und „Düngeverordnung“ im Mittelpunkt. „Wenn 85 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land wollen, dass es mehr Tierschutz gibt, dann muss die Branche – dann müssen die Landwirte – auf diese gesellschaftlichen Bedürfnisse eingehen“, betonte Bundesminister Schmidt. „Klar ist aber auch, dass der Verbraucher für das Mehr an Tierwohl sein Preisbewusstsein verändern muss. Die Kunden haben es so in der Hand, mit ihrer Marktmacht Trends zu setzen und besondere Qualitätsstandards zu unterstützen. Das müssen sie aber auch tun!“

Es dürfe aber nicht sein, dass der Tierschutz zu Lasten der bäuerlichen Landwirtschaft gehe. Hier sei die gesamte Wertschöpfungskette in die Verantwortung zu nehmen. „Es wird eine Brancheninitiative von Erzeugern und Handel geben, die hohe Standards belohnt. Zudem gibt es in den Ladenregalen ein Tierschutzlabel, zweistufig, transparent und verlässlich, an dessen Entwicklung mein Haus beteiligt war“, berichtete Schmidt und stellte klar: „Ich will mich am Wohl des einzelnen Tieres orientieren, ohne die Nutztierhaltung aus Deutschland zu vertreiben und Importen auf der Basis niedriger Tierschutzstandards den Weg zu ebnen. Künftig soll es den Tieren besser gehen als heute.“ Dafür seien ökonomisch tragfähige Lösungen nötig, denn dann hätten die Unternehmen, die Verbraucher und vor allem die Tiere etwas von dieser Initiative! „Derzeit arbeiten wir intensiv an unserer Initiative „eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl“.

Ein Thema, das den Landwirten unter den Nägeln brannte, war die Dünge-Verordnung. „Wir wollen mit Nährstoffüberschüssen praxisgerecht umgehen. Keinesfalls dürfen wir die Kreislaufwirtschaft aushebeln“, so Schmidt. „Um eine ökologisch tragbare und ökonomisch effiziente Landwirtschaft weiterzuentwickeln, helfen uns starre und pauschale Obergrenzen gar nicht. Praxisgerecht heißt auch, dass kleinere landwirtschaftliche Betriebe die Anpassungen tragen können“, so der Bundesminister weiter. Alles stehe aber unter Prüfungsvorbehalt, entschieden sei noch nichts.

Schmidt wisse, dass Düngung und Pflanzenschutz nach guter fachlicher Praxis zu den Geschäftsgrundlagen der Landwirte gehören und diese Geschäftsgrundlage dürfe ihnen nicht entzogen werden! „Zur Lebensgrundlage für die gesamte Bevölkerung gehört aber auch das Grund- und Trinkwasser. Die Landwirtschaft gehört aber nicht auf das „Arme-Sünder-Bänkchen“, sondern ist sich seiner Verantwortung sehr bewusst. Ohne Nährstoffzufuhr durch Dünger würde aber auch nichts wachsen. Das müssen auch Kritiker wissen! Die gute Nachricht ist in diesem Sinne, dass die Qualität des Trinkwassers nicht gefährdet ist. Damit es auch so bleibt, müssen wir für die Zukunft Vorsorge treffen, alle, nicht nur die Landwirtschaft“, betonte Schmidt.

„Die Landwirtschaft ist der viertwichtigste Wirtschaftszweig in unserem Land“, so der Bundesminister. „Sie liefert wettbewerbsfähige Produkte und braucht sich nicht zu verstecken. Deshalb werde ich mich mit aller Kraft dafür einsetzen, sie zu unterstützen.“


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