Christian Schmidt im Plenum

BUNDESWEHR UND NATURSCHUTZ : ZUKUNFT GESTALTEN - NATUR ERHALTEN

Gemeinsame Presseeerklärung des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Mittwoch, 21.08.2013

Von links der Sprecher des Vorstandes der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Dr. Jürgen Gehb, Parlamentarischer Staatssekretär Christian Schmidt und Jürgen Reinholz, Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz  Foto Bundeswehr

Von links der Sprecher des Vorstandes der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Dr. Jürgen Gehb, Parlamentarischer Staatssekretär Christian Schmidt und Jürgen Reinholz, Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz Foto Bundeswehr

Presseerklärung über den Schutz von Natur und Landschaft auf militärisch genutzten Flächen in Thüringen

Unter dieses Motto stellen der Freistaat Thüringen, das Bundesministerium der Verteidigung und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Sparte Bundesforst ihre Vereinbarung über den Schutz von Natur und Landschaft auf militärisch genutzten Flächen. Sie wurde jetzt in Erfurt vom Thüringer Umweltminister Jürgen Reinholz, dem Parlamentarischen Staatssekre­tär beim Bundesminister der Verteidigung Christian Schmidt und dem Sprecher des Vorstan­des der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Dr. Jürgen Gehb unterzeichnet.

Der zunächst widersprüchlich erscheinende Zusammenhang zwischen militärischer Nutzung und Naturschutz ist bei Fachleuten schon lange bekannt: Flächen der Bundeswehr gehören sowohl in Thüringen als auch bundesweit zu den wertvollsten Gebieten des europäischen Schutzgebietnetzes NATURA 2000. Sie stellen auch so genannte „Hotspots" der biologischen Vielfalt dar. Zahlreiche gefährdete oder gar vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung haben hier ihre letzten Rückzugsgebiete. Viele dieser Arten sind zum Überleben gerade auf die von Dünger und Pestiziden weitgehend freien Flächen der Bundeswehr und auf eine dynamische militärische Nutzung angewiesen. Diese Nutzung schafft unter anderem die Vo­raussetzungen, die in der Kulturlandschaft selten gewordenen offenen und halboffenen Lebensräume auf eher mageren Böden mit den darauf spezialisierten Arten langfristig zu erhalten.

Die Vereinbarung zwischen dem Freistaat Thüringen und dem Bund legt den Grundstein dafür, dass dies auch in Zukunft so bleibt, indem der Bund als öffentlicher Träger den Schutz der Flächen gewährleistet. Die Regelungen ermöglichen eine gute Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr als Nutzer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin und der Thüringer Naturschutzverwaltung bei der Umsetzung der anstehenden NATURA 2000-Aufgaben. Zuerst werden für die betreffenden Flächen naturschutzfachliche Konzepte erarbeitet, die die Grundlage für konkrete Pflegemaßnahmen im Rahmen der militärischen Nutzung bilden.

„Unser Weg, der von der Europäischen Kommission ausdrücklich wird, sichert die weitere Nutzung der militärischen Übungsflächen bei gleichzeitiger Berücksichtigung der naturschutzfachlichen Belange", sagte Staatssekretär Schmidt. „Durch das gemeinsame Management von Bundeswehr, Bundesforst und Freistaat wird es gelingen, diese Flächen als wertvolle Bausteine für das europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000 zu erhalten", sagte Minister Reinholz. „Als Vertreter der Eigentümerin bin ich natürlich sehr stolz, solche Liegenschaften im Portfolio zu haben", betonte Vorstandssprecher Dr. Jürgen Gehb, „noch dazu, weil unser Geschäftsbereich Bundesforst für das naturverträgliche Geländemanagement der Waldflächen verantwortlich ist."

Die Bundeswehr und die Bundesanstalt haben bereits mit den Ländern Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Bayern, Sachsen sowie Sachsen-Anhalt und Brandenburg vergleichbare Vereinbarungen abgeschlossen. Die Vereinbarung mit Thüringen betrifft den Truppenübungsplatz in Ohrdruf sowie Standortübungsplätze in Erfurt, Gotha, Mühlhausen, Sondershausen, Bad Frankenhausen und Bad Salzungen.


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