Christian Schmidt im Plenum

Fortschritte beim Thema Fluglärm in Ansbach

Parlamentarischer Staatssekretär Schmidt trifft gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten und Ansbacher Stadtspitze den Kommandeur der 12. Heeresfliegerbrigade der US-Army in Ansbach

Dienstag, 06.08.2013

Ein Treffen des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Verteidigung, Christian Schmidt, mit dem neuen Kommandeur der 12. Heeresfliegerbrigade der US-Army Colonel Vincent Torza hat Bewegung in die Diskussion zum Thema Fluglärm gebracht. Am Gespräch nahmen auch die Bundestagsabgeordneten Josef Göppel (CSU) und Rainer Erdel (FDP) und die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel und Bürgermeister Thomas Deffner teil. Uwe Kekeritz MdB (Grüne) und Marlene Rupprecht MdB (SPD) hatten das Treffen ebenfalls angeregt

Die 12. US-Heeresfliegerbrigade

Die 12. US-Heeresfliegerbrigade verfügt über circa 120 Hubschrauber. Auf dem Flugplatz Katterbach sind 50 Transporthubschrauber UH-60 „Blackhawk“ und 12 schwere Transporthubschrauber CH-47 „Chinook“ stationiert. 48 Kampfhubschrauber AH-64 „Apache“ sind ausschließlich in Illesheim stationiert, weitere Hubschrauber sind in Wiesbaden und Landstuhl stationiert. Die Anzahl der US-Hubschrauber wurde in den letzten Jahren deutlich reduziert: Zum Vergleich: In den 1990er Jahren waren allein auf dem Flugplatz Katterbach über 100 Hubschrauber stationiert.

Die Brigade umfasst an den Standorten Ansbach und Illesheim ca. 10.000 Personen. Allein in Ansbach leben etwa 7.000 US-Bürger, darunter ca. 2.000 Soldaten, ca. 700 Zivilangestellte und ca. 4.300 Familienangehörige.

Parlamentarischer Staatssekretär Schmidt dankte der „12th CAB“ für den hervorragenden Einsatz im Norden Afghanistans, wo sie mit großen Teilen ihrer Hubschrauberkräfte unter deutschem Kommando zur Befriedung und zur Sicherheit der Bundeswehrkräfte bis zum Frühjahr beigetragen hatten. Schmidt und auch MdB Erdel hatten die Katterbacher und Illesheimer in dieser Zeit in Masar-i-Sharif und Kunduz besucht.

Nach der Aufgabe von anderen Standorten der US-Armee in Bayern konzentriert sich der Hubschrauberflugbetrieb in der Region Ansbach. Die US-Streitkräfte haben vielfältige Initiativen und Maßnahmen ergriffen, um den Flugbetrieb so „erträglich“ wie möglich für die betroffene Bevölkerung zu gestalten, ohne die eigenen Übungserfordernisse aus dem Blickpunkt zu verlieren.Dennoch bleibt die Tatsache, dass Hubschrauber Lärm verursachen. Schmidt erklärte hierzu, dass „die US-Streitkräfte in Deutschland willkommen seien. Dies erfordere aber auch von allen Beteiligten die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und sich um die Verringerung der Belastungen der ganz überwiegend den US-Streitkräften sehr aufgeschlossenen Bürgerinnen und Bürger zu bemühen und dankte der US-Seite für das Verständnis.“

Die Fluglärmkommission

Seit dem Jahre 2007 besteht eine Fluglärmkommission, in der die Bürgermeister aus Ansbach und den benachbarten Kommungen ebenso sitzen wieVertreter der US-Streitkräfte, des Luftwaffenamtes, der Bundeswehr und der Bayerischen Staatsregierung. Die Kommission bildet die Gesprächsbasis für die US-Hubschrauberstandorte Katterbach und Illesheim und die benachbarten Kommunen für verbindliche Erörterungen und Gespräche mit Vertretern der US Armee, um Regeln zu vereinbaren, Bürgerbeschwerden zu erörtern und die unterschiedlichen Interessen abzugleichen. Die Sitzungen der Fluglärmkommissionen für den Flugplatz Katterbach und Illesheim finden halbjährlich statt (normalerweise einmal jährlich). Die letzte Sitzung fand am 16. April 2013 in Katterbach statt. Die nächste Sitzung ist für Oktober/November 2013 geplant. Die bei dieser Katterbacher Gesprächrunde unter Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs Schmidt und Colonel Torza entwickelten Ergebnisse bzw, Prüfungen sollten bei der nächsten Sitzung der Fluglärmkommision weiter behandelt werden.

Die Führung der 12. US-Heeresfliegerbrigade versicherte, an einer guten Beziehung zur Bevölkerung und der Integration des eigenen Personals sehr interessiert zu sein. Die regelmäßig stattfindenden Treffen im Rahmen der Fluglärmkommission werden von allen Beteiligten als wichtige Plattform zur Kommunikation angenommen.

Die Beschwerden

Beschwerden aus der Region Ansbach-Katterbach richten sich im Wesentlichen auf den Flugbetrieb in den frühen Abend- und den Nachtstunden, insbesondere im Rahmen des Sommernachtflugprogramms (Nachtflug mit Nachtsehhilfen) mit zulässigen Landungen im Juni und Juli auch bis 2 Uhr nachts.. Ebenso steht der Flugbetrieb am Flugplatz Katterbach selbst mit Übungs- und Wartungsflügen in der Kritik.

In diesem Kontext war das gemeinsame Gespräch des Parlamentarischen Staatssekretärs Christian Schmidt und der ihn begleitenden Politikermit Kommandeur Torza von besonderer Bedeutung um weitere Schritte zu diskutieren.

Die Gesprächsergebnisse

Das Treffen in Ansbach führte zu folgenden Ergebnissen:

1.Die US-Streitkräften bemühen sich auf Anregung der Bundeswehr verstärkt, geeignete Übungsräume außerhalb des Großraums Ansbach zu nutzen. Staatssekretär Schmidt sicherte hier zielführende Zusammenarbeit zu.

2.Die Illesheimer Apaches üben gegenwärtig verstärkt in Grafenwöhr.

3.Die Amerikanischen Streitkräfte haben sich nach Darlegung entsprechender Beschwerden aus der Bürgerschaft, die Oberbürgemeisterin Seidel berichtet, bereit erklärt, die Weißlicht-Landescheinwerfer der Hubschrauber nur noch unmittelbar für den Start- und Landevorgang sowie in Notfällen einzuschalten und sie nicht mehr während der Übungsflüge zu nutzen, um so eine Lichtbelästigung der Bürger zu vermeiden.

4.Für die Zeit des Sommerflugbetriebes einigte man sich aufAnregung der MdBs Göppel und Erdel auf eine sogenannte „Dinner Time Reduction“, soweit wie möglich, also auf eine Einschränkung der Flugbewegungen in der Zeit zwischen 18.30 und 20.30 Uhr auf unbedingt notwendige Flüge.

5.In den erlaubten Nachtflugzeiten werden sich die US-Streitkräfte bemühen, die Flüge auf den Anfang dieser Zeit zu legen, also in den ersten Stunden häufiger zu fliegen als in den späteren Stunden. Die US-Army teilt in dem Zusammenhang mit, daß sie im August lediglich an 13 Tagen Nachfllüge durchführen wird, davon nur an 6 Tagen über Mitternacht hinaus. Die anderen Tage sind Ruhetage. Dies gilt auch für den Standort Illesheim.

Außerdem schlug Mdb Rainer Erdel vor Nachtflugstunden in die Herbst- und Winterzeit zu verlegen, da es dann früher dunkel wird, und die Lärmbelastung nicht bis in die Nacht reicht.

6.Eine Gesamtbetrachtung des Flugzeitenmanagements wird seitens der US-Army vorgenommen, um die notwendige Inübunghaltung der Hubschrauberpiloten auch bei Nacht in den besonders kritischen Sommermonaten ggf. anders zu verteilen. Staatssekretär Schmidt erklärte hierzu, daß seitens des Bundes im Rahmen der bisher erlaubten Flugzeiten diese Überprüfung begleitet werde.

7.Es wird auf Anregung von Bürgermeister Deffner durch die US Army geprüft, ob bauliche Lärmschutzmaßnahmen auf dem Flugplatz selbst die Lärmbelastung mindern können. Hierfür wurde Unterstützung der deutschen Seite zugesagt.

8.Einer Anregung von Oberbürgermeisterin Seidel folgend, soll die Information der Bevölkerungverbessert und intensiviert werden. So sollen zukünftig die vorgesehenen Nachtflugtage der Hubschraubereinheit ebenso wie die flugfreien Nächte verstärkt öffentlich kommuniziert werden.

Staatsekretär Schmidt betonte zum Schluss, dass sich die US-Streitkräfte erkennbar um Kompromisse mit den Bürgern bemühten. So haben sie beispielsweise zugesichert, während der „Bachwoche“ in Ansbach vom 2. bis 11. August im gesamten Stadtbereich Ansbach nicht zu fliegen, um den Musikgenuss während der renommierten Veranstaltung nicht zu beeinträchtigen. Dies gilt auch für das Freilandtheater in Bad Windsheim, bei dem durch ein Versehen eines einzelnen Piloten eine Aufführung beeinträchtig worden war.


zurück zur Übersicht