Christian Schmidt im Plenum

„Punkt Schmidt-Themen auf den Punkt gebracht“ fortgesetzt

Staatssekretär Schmidt und Staatssekretär Dr. Scheuer diskutierten mit Fachleuten, Amtsträgern und Bürgern über die Verkehrs- und Infrastrukturperspektiven für die Region

Samstag, 25.05.2013

Die beiden Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer und Christian Schmidt.

Die beiden Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer und Christian Schmidt.

Vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Arbeiten zur Aufstellung eines neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP), der im Jahr 2015 vorgelegt werden soll, und der von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) beauftragten Korridoruntersuchung „Sektor West“ zum Schienenpersonennahverkehr hat Christian Schmidt, Parlamentarischer Staatssekretär und heimischer Bundestagsabgeordneter, seine Veranstaltungsreihe „Punkt Schmidt – Themen auf den Punkt gebracht“, fortgesetzt. Mit Dr. Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung,  Dirk Domhardt, Leiter Verkehrsplanung VGN, Baudirektor Rainer Popp, stellv. Leiter des Straßenbauamtes Nürnberg, Bauoberrat Martin Assum vom Straßenbauamt Ansbach, war die Veranstaltung hochkarätig besetzt. Gemeinsam mit den Fachleuten, den beiden Landräten Matthias Dießl und Walter Schneider, zahlreichen Bürgermeistern und betroffenen Bürgern sprach Schmidt am Freitag, den 24. Mai 2013, im Gemeindezentrum Ergersheim über die Verkehrs- und Infrastrukturperspektiven für die Region.

„Mein Kollege Staatssekretär Scheuer war zuletzt hier zu Gast, als wir den 3-spurigen Ausbau der B8 im Abschnitt Neustadt Aisch, Höhe Chauseehaus eingeweiht haben“, berichtete Schmidt. Die Neustädter seien damit sehr zufrieden. 2014 werde mit dem weiteren dreispurigen Ausbau vom Diespecker Kreisel bis zur Abzweigung ins Neustädter Gewerbegebiet gerechnet. In den nächsten ein bis zwei Jahren solle dann der Ausbau auf drei Spuren ab der Abzweigung Brunn in Angriff genommen werden. „Es gibt aber weiteren Handlungsbedarf“, betonte Schmidt. „Gerade hinter Emskirchen, in dem Bereich, der wieder enger wird, muss etwas getan werden, auch um Unfälle künftig zu vermeiden.“ In diesem Zusammenhang wies Staatssekretär Scheuer darauf hin, dass aufgrund der starken Belastungen der B8, B14 und B470 gerade auch die Ortsumfahrungen im Fokus stünden.

Landrat Matthias Dießl bat darum, die besondere Belastung Steins durch die B14 zu beachten und diese als Maßnahme im Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Dadurch können dann endlich Entlastungsmaßnahmen, wie z.B. eine Tunnellösung oder eine Umgehung qualifiziert geprüft werden.

Ipsheims Bürgermeister Frank Müller forderte Staatssekretär Scheuer auf, dass die Ortsumgehung Oberndorf, Ipsheim, Dottenheim im Zuge der B470 im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf eingestuft, geplant und schnellstmöglich umgesetzt werde. Damit solle die Lärm- und Abgasbelastung der Bevölkerung verringert und auch diverse schwere Unfälle verhindert werden.

Erfreut zeigte sich Markt Erlbachs Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß darüber, dass die Umgehungsprojekte Linden und Eschenbach (Staatsstraße 2252) bereits in der 1. Dringlichkeit seien und bis 2022 realisiert werden sollen. Dennoch plädierte sie für eine ganzheitliche Lösung. Markt Erlbach brauche eine  Umfahrung, da der Verkehr sicherlich noch zunehmen und weiterhin durch das Nadelöhr Markt Erlbach in die Nürnberger Straße führen werde. Die jetzt schon enorme Belastung, vor allem durch den Schwerlastverkehr, werde steigen und damit die Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern zunehmen.

Mit dem zunehmenden Schwerlastverkehr kämpfen auch andere Gemeinden. Bad Windsheims 2. Bürgermeister Dieter Hummel wies darauf hin, dass rund 12.000 Fahrzeuge täglich durch Lenkersheim fahren. Deshalb hofft er, dass die Ortsumgehung Lenkersheim eine höhere Priorität im Bundesverkehrswegeplan erhalte. Sein Kollege Martin Hümmer, 1. Bürgermeister der Gemeinde Oberickelsheim, plädierte dafür, den Schwerlastverkehr, der die Autobahn A 7 Abfahrt Gollhofen verlässt und über die B13 nach Randersacker zur A3 fährt, durch eine Sperrung der B13, ähnlich wie auf der B8 im Bereich Neustadt Aisch, von der Bundesstraße zu verbannen.

Weiteres Thema der Diskussion war der Schienenverkehr. „Die Bundesregierung hat großes Interesse an einem guten Öffentlichen Personennahverkehr. Deshalb unterstützt sie dessen Ausbau auch mit rund 7,1 Milliarden Euro an Bundesmitteln“, so Scheuer.

Ein Ausbau des „Korridors West“, also des Schienenverkehrs zwischen dem Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim und dem Raum Nürnberg Fürth sei laut Dirk Domhardt vom VGN auch nötig, denn große Teile des Schienenverkehrs seien bereits jetzt überlastet.

Bundestagsabgeordneter Schmidt wies in diesem Zusammenhang auch nochmals auf den Güterverkehrstunnel von Fürth Kronach bis zum Nürnberger Hauptbahnhof hin. „Der Güterverkehr muss endlich von den hauptbelasteten Strecken runter, um den Weg für den Personennah- und Fernverkehr frei zu machen, den Fürther Hauptbahnhof vom Güterzugverkehr und die Bewohner Fürths vom Lärm zu entlasten.“ Erforderlich sei es aber auch, den Personenverkehr zu verbessern.

Domhardt betonte, dass die S-Bahn-Strecken nach Erlangen, Ansbach, Neumarkt und Hartmannshof bereits in Betrieb genommen worden seien. Was die Strecke zwischen Neustadt und Nürnberg betreffe, sei voraussichtlich ein Quasi-Halbstundentakt, der mit einem schnellen Verkehr stündlich ergänzt werde, möglich. So werde derzeit die Variante geplant, dass ab Neustadt Richtung Nürnberg zu den Minuten 15 und 51 ein Zug fahre und es dazwischen eine schnelle Verbindung zur Minute 26 gebe. Auch die Durchbindung der Strecke Markt Erlbach – Nürnberg im 30 Minuten-Takt sei laut Domhardt möglich.

„Mit meinem Kollegen Staatssekretär Scheuer werde ich die zahlreichen Anregungen und Wünsche nach Berlin mitnehmen“, betonte Schmidt und versprach: „Wir werden uns auch weiterhin für eine leistungs- und zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur einsetzen, denn ist das Rückgrat einer starken und dynamischen Wirtschaft.“


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