Christian Schmidt im Plenum

Förderung der Vermarktung regionaler Produkte

Staatssekretär Schmidt setzt Veranstaltungsreihe „Punkt Schmidt – Themen auf den Punkt gebracht“ fort

Dienstag, 12.06.2012

v.l.n.r.: Konrad Ammon jun., Obermeister der Fürther Fleischerinnung und Geschäftsführer der Schlachthof-Betriebs-GmbH Fürth, Parlamentarischer Staatssekretär Christian Schmidt MdB, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Petra Guttenberger MdL.

v.l.n.r.: Konrad Ammon jun., Obermeister der Fürther Fleischerinnung und Geschäftsführer der Schlachthof-Betriebs-GmbH Fürth, Parlamentarischer Staatssekretär Christian Schmidt MdB, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Petra Guttenberger MdL.

Mit dem Thema „Förderung der Vermarktung von regionalen Produkten“ hat Parlamentarischer Staatssekretär Christian Schmidt MdB seine Veranstaltungsreihe „Punkt Schmidt – Themen auf den Punkt gebracht“ in Fürth fortgesetzt. Als Gäste begrüßte er Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Petra Guttenberger MdL, Konrad Ammon jun., Obermeister der Fürther Fleischerinnung und Geschäftsführer der Schlachthof-Betriebs-GmbH Fürth, Heiner Sindel vom Bundesverband der Regionalbewegung e.V., Michael Brückner vom Gemüseerzeugerverband Knoblauchsland e.V., Siegfried Tiefel, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Renate Ixmeier, Kreisbäuerin Neustadt Aisch, Doris Greul, stellv. Kreisbäuerin Nürnberg-Stadt, Werner Remberger, Verkaufsleiter der NORMA-Niederlassung Fürth sowie Wolfgang Lang, Inhaber des Gasthauses „Zum Roten Roß“ in Großhabersdorf.

„Da das Verbraucherinteresse an regionalen Produkten gestiegen ist, haben sich zahlreiche Regionalvermarktungs-initiativen gegründet, die sich in ihrer Region für die Vermarktung regionaler Produkte einsetzen und auch viele Erzeuger werben mit regionalen Herkunfts- und Qualitätsangaben“, berichtete Schmidt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen deshalb die Fragen, inwieweit mit der von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner geplanten Einführung eines „Regionalfensters“ eine zentrale Struktur geschaffen werden kann, was regional eigentlich bedeutet und welche Qualitätsmerkmale regional erzeugte Produkte besitzen müssen.

„Mittelfranken ist schon jetzt sehr gut aufgestellt mit regionalen Initiativen. Die Erzeuger sind dabei nicht nur näher am Verbraucher, man spart zudem auch lange Wege und Kosten“, so Schmidt.

„Durch den Kauf regionaler Produkte versprechen sich die Verbraucher nicht nur kurze Transportwege und besondere Produkteigenschaften wie „mehr Frische“. Sie wollen dadurch auch Arbeitsplätze in der Region erhalten und schaffen“, betonte Bezirkstagspräsident Richard Bartsch. Allerdings stehe diese Einstellung oft in Diskrepanz zum Verhalten an der Ladentheke. „Deshalb müssen wir noch stärker ein Bewusstsein für regionale Produkte schaffen und darauf hinwirken, dass diese Produkte auch angeboten werden“, so Bartsch weiter.

Beim Discounter NORMA gehören regionale Produkte bereits fest zum Sortiment. „Das Angebot ist vor einigen Jahren in den ostdeutschen Bundesländern so gut angenommen worden, dass wir das Erfolgsmodell seit einiger Zeit auch im Westen umsetzen“, berichtete Werner Remberger, Verkaufsleiter der NORMA-Niederlassung in Fürth. „15 Prozent unseres Sortiments kommen mittlerweile aus Franken und wir suchen ständig weitere Produkte und Lieferanten.“ Offizielle Gütesiegel spielten für den Discounter allerdings keine Rolle. Die regionalen Produkte würden unter der Überschrift „Qualität aus Franken“ angeboten.

Dass sich Hersteller Eigenmarken für regionale Produkte geben, bringe laut Heiner Sindel vom Bundesverband der Regionalbewegung nichts. Genauso wenig wie die Bestrebungen ein bundesweites „Regionalfenster“ einzuführen, also ein Informationsfeld auf dem Produkt, in dem die Herkunft der Zutaten sowie der Ort der Verarbeitung deklariert werden könne. Eine Öffnung der Regionalkennzeichnung für „Jedermann“ sehe er als problematisch an. Stattdessen hoffe er auf ein Regionalsiegel für Regionalvermarktungsinitiativen, das sich auf Bundesebene durchsetzen könne.

„Wir brauchen eine Vielfalt regionaler Produkte“, fordert Siegfried Tiefel, Kreisobmann beim Bayerischen Bauernverband. Ein noch tiefergehendes Reglement sei kontraproduktiv. Ähnlich sieht es Michael Brückner vom Gemüseerzeugerverband Knoblauchsland. Er spricht sich für eine Trennung von regionalen Märkten und regionaler Vermarktung aus. 

„Ich schließe daraus, dass wir kein Gesetz über Regionalprodukte machen sollten. Wir sollten allerdings unterstützen, dass sowohl Qualität als auch Vertrauen durch verlässliche Herkunft regional beworben werden. Deswegen reichen Runde Tische, die sich abstimmen“, brachte Schmidt es auf den Punkt.

„Die Regionalmarke muss Identität schaffen, die dann soweit trägt, dass die Marke auch außerhalb der Region angenommen wird“, so Schmidt weiter. „Es ist also besser etwas regionalisiert zu machen, als bundesweit. Er versprach das Resultat des Gesprächs an Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner zu übermitteln.


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