Montag 10.02.2020

Miteinander statt übereinander reden

Bundeslandwirtschaftsminister a.D. Christian Schmidt lud Landwirtschaft zum Gedankenaustausch ein

Bad Windsheim: Bauernverband, Land schafft Verbindung und weitere Organisationen sind der Einladung von Bundeslandwirtschaftsminister a.D. Christian Schmidt, MdB zum Gespräch über agrarpolitische Fragen am 7. Februar 2020 nach Bad Windsheim gefolgt.

Der Vorschlag des Sozialdemokraten und stellvertretenden EU-Kommissionspräsidenten Frans Timmermanns, künftig auf Agrarexporte zu verzichten, wurde von allen Gesprächsteilnehmern unter Hinweis auf die vielen weltweiten Handelsbeziehungen abgelehnt. Solange Agrarprodukte aus der gesamten Welt in die EU und nach Deutschland kämen, könne der Lebensmittelhandel nicht auf eine Einbahnstraße reduziert werden. Dabei verwiesen die Landwirte auf das geplante Mercosur-Abkommen, das den südamerikanischen Ländern deutlich erhöhte Rindfleischeinfuhren in die EU ermöglichen soll. Bundesminister a.D. Christian Schmidt, MdB, stelle in diesem Zusammenhang klar, dass es seitens der EU keinerlei Exportsubventionen in die ärmsten Staaten der Welt mehr geben würde.

Die Bemühungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Lebensmittelhandel faire Rahmen-bedingen gegenüber den Erzeugern zu erreichen, wurde skeptisch gesehen. Schmidt verwies die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes, Jürgen Dierauff und Peter Köninger, sowie die Sprecher von Land schafft Verbindung darauf hin, dass bei der Bündelung der Erzeugerinteressen noch Luft nach oben sei und er u.a. die Genossenschaften in der Pflicht sehen würde.

Im Hinblick auf die laufenden Verhandlungen zur gemeinsamen EU-Agrarpolitik in Europa ab der Förderperiode 2021 erwarten die Landwirte Verlässlichkeit, erklärte Dieter Förster, Vorsitzender des Fleischerzeugerringes Mittelfranken. Die erste Säule, so der ehemalige Bundeslandwirtschafts-minister, werde Bestand haben. Deren Ausgestaltung sei jedoch künftig noch stärker an den unter-schiedlichen Agrarstrukturen in Europa anzupassen. Wichtig sei, die Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft noch klarer aufzuzeigen, mahnte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und Ernährung innerhalb der CSU, Gerhard Haag an.
Im Mittelpunkt des Gedankenaustausches stand die geplante Verschärfung der Düngeverordnung. Die jetzt gültige Fassung wurde von Bundesminister a.D. Christian Schmidt in dessen Amtszeit nach einem intensiven Dialog mit der Landwirtschaft 2017 in Kraft gesetzt.

Ein deutliches Manko sehe er darin, dass seine Verordnung keine Chance bekam, ihre Wirkung beim Grundwasser zu entfalten. Die Kommission würde die erneuten Vorschläge der Bundesregierung für nicht ausreichend halten, obwohl Defizite bei der nach Brüssel gemeldeten Datengrundlage offensichtlich seien.

Die Landwirte, Konstantin Binder und Felix Sackenreuter und Andreas Geistmann baten Schmidt besonders bei zwei markanten Details um Unterstützung. Dies sei die Vorgabe in „roten Gebieten" nur mehr 20 % unter dem Entzug der Pflanzen zu düngen und das Verbot der Herbstdüngung.

Die landwirtschaftlichen Organisationen wollen mit Bundesminister a.D. Christian Schmidt, MdB, im Dialog bleiben. Zu Abschluss des Gedankenaustausches übergab einer der Stellvertretenden Landessprecher von Land schafft Verbindung, Andreas Forster aus St Veit, das Forderungspapier ihrer Organisation.

Bildunterschrift:
LSV-Sprecher Andreas Forster übergibt das agrarpolitische Forderungspapier an Bundesminister a.D. Christian Schmidt, MdB


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