Donnerstag 23.05.2019

Christian Schmidt beim Stallgespräch auf dem Bauernhof

Zu Besuch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Wieland in Peppenhöchstädt

Düngeverordnung, Blauzungenkrankheit und das geplante Versöhnungsgesetz - Themen, die große Herausforderungen für die Landwirtschaft in den Landkreisen Neustadt/Aisch – Bad Windsheim und Fürth bringen und aktuell die Stimmungslage in den Bauernfamilien drücken.
Davon verschaffte sich Christian Schmidt, MdB, auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Wieland in Peppenhöchstädt einen Eindruck.

„Ich will Ihre Themen, Ihre Sorgen und auch konstruktive Vorschläge aufgreifen", erklärte der frühere Bundeslandwirtschaftsminister. Als Fachmann, der die jetzt gültige Düngeverordnung zu verantworten hat, erklärte Schmidt: „Mich haben sie an ihrer Seite! Ich stehe für den Schutz des Grundwassers, erwarte aber auch, dass die bestehenden Gesetze fünf Jahre Zeit erhalten, ihre positiven Wirkungen unter Beweis zu stellen". Heute bereits eine erneute Verschärfung der ohnehin hohen Auflagen anzuordnen, halte er für überzogen.

Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Jürgen Dierauff machte seine Kritik an den zusätzlich geplanten Auflagen bei der Düngeverordnung deutlich. So werde dem Grundwasser nicht gedient, wenn Nährstoffe, welche die Pflanzen dem Boden entziehen, nicht mehr zugeführt werden dürften. Hier sei von einer geplanten 20 prozentigen Unterversorgung in Regionen, wie dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, die Rede. Ein Ausschluss der Herbstdüngung mit Gülle sei, so der Kreisobmann des BBV, gegen den Kreislaufgedanken gerichtet. Weiter mahnte er fehlerhafte Berechnungsgrundlagen an.

Für Klaus und Johannes Wieland ist eine grundwasserschonende Bewirtschaftung langjährige Praxis. Sie würden weite Bereiche ihrer Flächen bereits im Wasserschutzgebiet bewirtschaften. Für sie sei es wichtig Gülle und Gärreststoffe aus der Biogasanlage zielgerichtet fürs Pflanzenwachstum einzusetzen. Deshalb würden sie aktuell ein Förderprogramm zum Bau von Güllelagerraum befürworten.

Was die Einteilung in rote, weiße und grüne Gebiete anbelangt, befürwortete Schmidt im Gespräch eine Überprüfung der jetzigen Kriterien in Bayern. Die jüngsten Einschränkungen beim Tiertransport aufgrund der Blauzungenkrankheit sprach Tierarzt Dr. Johannes Hermann aus Dachsbach an. Seit 18. Mai würde in den Restriktionsgebieten, dazu gehöre der Landkreis Neustadt/Aisch, der Verkauf von Nutzrindern bzw. -kälbern deutlich erschwert. Nur geimpfte Tiere könnten nach außerhalb der Restriktionszonen verbracht werden. Für die erforderlichen Impfungen würde jedoch der Impfstoff fehlen. Dr. Hermann bat den früheren Bundesminister um Prüfung, ob die bisherige Regelung beim Viehtransport solange aufrecht erhalten werden könnte, bis in den Rinderbeständen ein Impfschutz aufgebaut sei.

Christian Schmidt plädierte zum Abschluss des Gesprächs für eine „solidarische Landwirtschaft" Es sei eine große Herausforderung, die Gesellschaft besser über ökologische Zusammenhänge und die Situation in der Landwirtschaft sowie die Nahrungs- und Energieproduktion zu informieren.


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